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Lami + Jami Teil Einz

 

Achtung! Dieses Werk passt aus verlagstechnischen Gründen, in kein Verlagsprogramm! Es handelt sich bei diesem verrückten Buch, ich will es gleich offen sagen, nicht um historische Literatur mit geringem Phantasieanteil, noch fördert es die aktuelle, modern reformierte Neuauflage der deutschen Rechtschreibreform. Es ist wahrlich kein Kinderbuch und pädagogisch wertlos.

 

Wenn Sie Gewaltszenen abgeneigt sind, wenn Wörter wie Samenstrang, Gynäkologenset oder blasen zu viel für Sie sind, wenn Sie Begriffe wie Chillum, Bong, Crack oder stoned noch nie gehört haben, wenn Sie sonntags in die Kirche gehen und alle Lieder auswendig mitsingen können, wenn Sie sich ausnahmelos immer an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit halten, wenn Sie eine beeindruckende CD-Sammlung der deutschen Volksmusik im Schrank haben, wenn Sie sich dem Adel und der feineren Gesellschaft verpflichtet fühlen und wenn Sie Probleme mit langen Sätzen und neumodischen Wörtern haben, dann ist dieses Werk definitiv das Falsche für Sie. Glauben Sie mir.

LESEPROBE AUS DEM VERRÜCKTEN BUCH 

"LAMI + JAMI - TEIL EINZ"

 

VORGESCHICHTE

 

GUATEMALA pauschale 16.579 nach Christus

 

Eine sturzbetrunkene, hochschwangere Frau mit beidseitig anhängendem Doppelbauch, schleppte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht und auf Gehkrücken mitten in der Nacht ins städtische Krankenhilfshaus. Die Frau kannte sich hier aus und kämpfte sich zielstrebig weiter vor bis in den 4. Stock, welcher seit Jahrzehnten eine notdürftige Entbindungsstation beheimatete. Ob sie die Schwangerschaft schwanger schafft, war die große Frage. So schlimm wie heute ging es mir noch nie, dachte sich die Frau, die noch nicht wusste, dass sie auf dem Weg zu einer mehrtägigen Operationssession mit unbekanntem Ausgang war.

Sie konnte nicht genau sagen, wem sie das Kind zu verdanken hatte, doch sie vermutete, dass es während ihrem Urlaub, auf dieser satanischen Messe passiert war, wo sie, auf dem Opfertisch eines großen Tempelgeländes liegend, gegen Cash die Jungfrau gespielt hatte. Auch das Fruchtbarkeitsritual und die zum Vertrag gehörende Einnahme der Hexenpflanze Alraune, sprach dafür. Das waren schon komische Leute gewesen, wollten die sie doch unbedingt bis zur Geburt unter Beobachtung dort behalten. Aus Angst das ihr Jungfernschwindel in dieser Zeit aufgedeckt werden könnte, türmte sie allerdings nach dem Abkassieren gekonnt unbemerkt. Sie bereute das Ganze nun doch, verstand allerdings bis heute nicht, wie sie, trotz Verhütungsring, den sie seit einem nicht all zu lang zurückliegenden Schicksalserlebnis regelmäßig einführte, überhaupt schwanger werden konnte.

Als sie nach ihren Überlegungen endlich oben angekommen war und um eine Ecke bog, erspähte sie plötzlich einen Arzt, dem sie, durch unzählige Schwangerschaften und der damit verbundenen Abbrüche in der Klinik, bestens bekannt war. Erst vor kurzem war sie, wegen einer Abtreibung hier gewesen, die nach etlichen Fehlversuchen und üblen inneren Verletzungen teilerfolglos abgebrochen wurde. Und nun war es wohl so weit. Die Hurenbrut wollte schlüpfen, doch die Mutter war nicht locker genug um zu werfen. Eine Zwickmühle wie sie der Arzt nur zu gut kannte, denn er hatte gerade Pause und kämpfte gegen seinen gedanklichen Konflikt der Frau zu helfen. Als die erschöpfte Frau ein zweites Mal hochblickte, war der Arzt wieder verschwunden. »Schwein!«, sagte sich die werdende Mutter, die trotz der vertränten Augen, genau wusste wo sie hin musste. Sie zog eine Schleimspur aus Fruchtwasser den Gang entlang. Die letzte Tür rechts führte in den Entbindungsraum. Die Frau hoffte inständig, dass dieser unbelegt war und ein Arzt heute noch Zeit für sie hatte. Die Frau betätigte den Empfangsschalter und äußerte über Sprechfunk ihren Behandlungswunsch »Geburt«.

Nachdem Ihre Anmeldung mehr oder weniger bestätigt war, ließ sich die Fastmutter erschöpft auf der Operationsliege nieder. Instinkttief nahm sie sich eine Morphiumspritze vom noch nicht weggeräumten OP-Bestecktisch der Vorpatientin und behandelte damit schon einmal vorab ihre Schmerzen. Das, war das Letzte woran sich die Frau erinnern konnte…

 

2 Tage oder genau 48,93 Operationsstunden später, näherte sich die äußerst kompliziert verlaufene siamesische Doppelgeburt dem Ende. Die Frau war inzwischen fast blutleer und bekam zu Anfang erst einmal in einem Nebenraum Blutkonserven gereicht. Doch über den Berg war sie damit noch nicht. Ihrem frisch geschlüpften siamesischen Zwilling ging es nicht gerade besser. Die beiden waren am Kopf zusammengewachsen und die müde, unqualifizierte Ärzteschaft überlegte, was wohl die beste Trennungsmethode wäre. Eine Entscheidung musste her, das wussten die erschöpften Ärzte, die schnell nach Hause zu ihrer Familie wollten, da heute Muttertag war. Auf eine Operation hatte zu dieser späten Stunde keiner mehr Lust, weshalb die unterste OP-Schwester die beiden neugeborenen Jungs erst einmal in den Säuglingsaufbewahrungsraum brachte, wo diese von einer Kinderbetreuerin, die ihren Beruf hasste, versorgt wurden...

 

Am nächsten Morgen erwachte die Kinderbetreuerin, die neben dem Versorgen der Neugeborenen, den Auftrag hatte die Blutkonservenanreichmaschine mit der die Mutter versorgt wurde, situationsbedingt zu bedienen. Die Angestellte, die mit ihrem Aussehen jedes Kind zum Schreien brachte, erschauderte, noch bevor sie auf die Uhr schaute. Sie hatte sich letzte Nacht mal wieder bei Arbeitsbeginn an der Medikamentendose vergriffen und war beim chillen eingeschlafen. Die »Betreuerin« war starr vor Schreck bei dem Gedanken an die Mutter, die noch immer an der Konservenmaschine hing, welche im Höchsttempo eingestellt, Blut in diese presste. Es war schon früh und die Ärzte waren bereits auf dem Weg zur Arbeit, zu ihr. Oh je, dachte sie und ging wagemutig in das Nebenzimmer in dem die Mutter untergebracht war. Als sie im Schneckentempo die Tür geöffnet hatte, sah sie vor sich ein katastrophales Bild. Die Maschine hatte die voll gepumpten Adern der Mutter platzen lassen, so dass sie qualvoll und höchstwahrscheinlich an inneren Blutungen verstorben war. Doch nicht nur die Adern waren geplatzt. Die Maschine hatte die Mutter in den Stunden zuvor so voller Blut getankt, dass der Körper der Mutter an verschiedenen Stellen wegen Überfüllung ebenfalls aufgeplatzt war.

Hier war nun wirklich nichts mehr zu retten, merkte die Kinderbetreuerin, die wie durch einen Geistesblitz die Maschine ausstellte und nach den siamesischen Twins sah. Diesen ging es gut. Abgesehen von der Tatsache, dass diese jetzt alleine, ohne Elternteil und somit zum gewinnbringenden Verkauf freigegeben waren. Daran war nichts mehr zu ändern, das wusste die Betreuerin, der nun alles viel zu spät, viel zu leid tat.

Sie rief die Veruntreuerin des Hospitals, die durch Bekannte, Beziehungen zu Lebewesenhändler aus Nahwest hatte. Doch diese teilten gleich schon am Telefon mit, dass siamesische Zwillinge am Stück schwervermittelbar seien. Nach dieser bitteren Erkenntnis und dreistündiger telefonischer Adoptionselternsuche passierte das, was nicht hätte passieren dürfen. Die zwei stärksten Ärzte die bereits ihre Schicht angetreten hatten, wurden über Lautsprecher in den Säuglingsraum gerufen und dort beauftragt die Zwillinge, die durch den Tod der Mutter keinerlei Krankenversicherungsansprüche mehr inne hatten, kostengünstig und somit radikal zu trennen.

Nach anfänglicher Unsicherheit in den Gesichtern der Ärzte, nahmen sie sich nach gutem Zureden doch ein Herz, die Zwillinge an den Füßen und zogen so lange, bis die Verbindung der Köpfe auseinander riss. Nach dem die Kopfwunden versorgt waren, wurden die zwei einzeln noch einmal kurz und knapp untersucht. Das Ergebnis war zufriedenstellend. Jeder war ein fast kompletter Mensch und besaß das, was er zum Leben benötigte. Nur eine winzige Kleinigkeit stellten die Ärzte fest. Durch die einstige Zusammenwachsung fehlte dem einen das Schmerzzentrum im Gehirn und bei dem anderen fiel auf, dass das Suchtzentrum nicht in Takt war. Doch das, sowie die Tatsache, dass es Geschwister waren, wurde beim lückenhaften Ausfüllen der Geburtsscheine nicht groß beachtet.

Da die Mutter keinerlei Verwandtschaft aufwies, wurde sogar die DNS-Meldepflicht verletzt, um der inzwischen fristlos gekündigten Angestellten, wenigstens einen Prozess zu ersparen. Auch im Geburtsschein wurden alle Angaben zur Mutter und somit der Tod vertuscht.

Unter diesen Umständen war die Ersatzelternsuche kein Problem mehr. Da die Nachfrage bei Einzelverkäufen am Kindermarkt groß war, wurden die Zwillinge, nachdem die besten Angebote gecheckt waren, zum zweitenmal an diesem Tage getrennt. Der Erstgeborene wurde nach La Paz verkauft, Lateinamerika und deshalb spontan Lami getauft. Die neue Heimat seines Bruders sollte Jamaica sein. Deshalb tippte die Schreibmaschinentippse amüsant auf den zweiten Geburtsschein den Namen Jami. Zum ersten, zweiten, dritten, Verkauft und wohl getrennt für immer...

 

 

1

 

LA PAZ, Muttertag 16.594 nach Christus

 

Eine ½ Stunde nach ¾ 16

 

Lami, der sich aus seiner unerklärlichen Schmerzlosigkeit heraus, die Fingerkuppen aus Überzeugung und Dominanzgründen im Stadtpark kurz und klein hämmerte, hatte seine helle Freude daran, für 0,96 Juro/min seinen Mitmenschen zu demonstrieren, wer der Herr im Hause war. Er ließ sich die Fresse blutig schlagen, Steine auf sich werfen und neue Kathederpraktiken an sich ausprobieren, was bei den Menschen im Park Verunsicherung und Angst hervorrief. Andere wiederum schauten Lami zwar fassungslos zu, aber sie bewunderten ihn und sein Durchhaltevermögen sowie seine einzigartige Liveshow, die sich schon flächendeckend herumgesprochen hatte.

Lami kannte keinen Schmerz, als wäre er Indianer und er fühlte sich deshalb mächtig und schier unbesiegbar. Heute war sein Geburtstag, doch diesen wollte er nicht mit seiner Assofamily feiern, die ihm heute zwar Ausgang gewährt hatte, aber nach seinem Ermessen nur aus Arschlöchern bestand. Sein Vater war Säufer und Schläger in einem, die Mutter Ehefrau und Hure. Zu guter letzt gab es noch die Nachbarin, die Lami, seit er sie als Kleinkind das erste Mal wahrgenommen hatte, wegen ihrer behinderten Art unvergleichbar hasste. Sie war die hässlichste Frau, die ihm je untergekommen war und er hatte keinen Turn darauf, sich irgendwo mit ihr sehen zu lassen. Eigentlich konnte sie niemand in der Familie leiden, aber trotzdem war sie immer und überall mit dabei. Außerdem war sie es gewesen, die durchgesetzt hatte, dass er noch nie in seinem Leben alleine die Stadt verlassen durfte, weil es angeblich zu gefährlich sei.

Lami hatte keinen Bock mehr auf die Scheiße und er beschloss kurzerhand etwas zu tun, was er schon vor langer Zeit hätte tun sollen. Etwas hatte schon sein ganzes Leben an seinem Selbstvertrauen genagt und er suchte nun die absolute Bestätigung seiner Männlichkeit, die ihm bisher immer versagt geblieben war. Er war noch immer Jungfrau, was größtenteils an seiner Pornosammlung lag, die ihm bis heute immer befriedigend ausgereicht hatte. Doch nun wollte er es live and direkt, weshalb er auf die Straße ging um allen Frauen, in etwas abgeänderter Form zu verkündeten, was er kürzlich auf dem Regierungskanal gesehen und gehört hatte: »Nachrichten, Nachrichten, die Weltregierung hat beschlossen, dass alle Frauen, die mir gefallen, auf Grund des Geburtenrückgangs, mindestens acht Kinder von mir austragen müssen. Bei Jungfrauen mit Intimbild, 100 % Antwort. Ich bitte alle rasierten und teilrasierten Weibsbilder, sich augenblicklich, in einer Reihe aufzustellen, freizumachen und anschließend mit V-Beinen auf mich und das Gruppenbild zu warten. Die Weltregierung bedankt sich schon jetzt bei...« Doch bevor er den Satz zu Ende sprechen konnte sah er, dass die Leute noch plötzlicher flüchteten, wie sie bei Beginn seiner Rede zu Ihm geströmt waren. Lami hörte auf seinen Hoden zu massieren. Er wusste was er wollte und er wollte es jetzt. Er wollte sich ein Eigengeburtstagsgeschenk machen und endlich ein Mann werden.

Er fing an zu versuchen die Frauen mit einem Blasmund zu fangen, doch da seine Kniescheiben erst vorgestern angehackt worden waren, war er nicht allzu flink unterwegs. Die vor kurzem verspeisten 200 Kugeln saßen zu tief in seinem Magen. Er verfluchte Mozart, kam aber im gleichen Moment auf eine wundervolle Idee. Er wollte die umherspringenden, heißhungrigen Frauen in eine gemeine Falle locken. Er ging um die Ecke und erbrach den gut gekauten und halbverdauten Mageninhalt und sortierte anschließend rasch und geschickt, die Frühstücksnudeln von der Mozartkugelmasse. Schnell hatte er einen Köder geformt, welchen er auslegte und gespannt beobachtete, was sich für eine Situation anbahnte und entwickelte. Der Köder hing an einer Wäscheleine und eine Frau in schwarzem Gewand, die sich, wie es aussah als Blinde verkleidet hatte, kam Schritt für Schritt näher, witterte die Kugelmasse, blieb stehen und hüpfte den riechenden zusammengeformten Kugeln entgegen. Sie schnappte sie mit dem Maul und verschlang sie gierig. Doch im nächsten Moment überkam sie ein Schauer. Sie wusste, dass es eine Falle war, sie rannte, doch sie hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht, der sie beim Fluchtversuch kraftvoll zu Boden streckte.

Da lagen sie und Lami, der sich zuvor seine selbst gebastelte Vergewaltigungsmaske übergezogen hatte, nutzte die Chance, ohne hinzugucken und rammte seinen durch Vorfreunde ersteiften Amboss gekonnt, aber mit einem Touch rustikal, durch das Gewand, in den Körper der nicht mal zappelnden Frau.

Jetzt war Lami ein Mann und dachte sich, trotz des eher langweiligen Aktes der Befruchtung, dass es ein guter Plan wäre die Regierung zu unterstützen und loszuziehen, um zu versuchen die Geburtenrate zu verdreifachen und dabei die Welt endlich kennen zu lernen. Was sollte Ihn hier halten? Die nächtlichen Vergewaltigungsgeräusche seiner Nachbarschaft? Seine Lieblingsghettostraße, die sich aufgrund zerstörter Abwasserleitungen als riesige Urinrinne neu definiert hatte? Oder seine morgen beginnende Lehre als Rohstoffrestesammler im Stadtpark? Wohl kaum! Lami spürte, dass das nicht alles sein konnte, was ihm das Leben zu bieten hatte. Deshalb schaute er noch einmal zurück, zog seine Wanderschuhe aus, ging barfuss Richtung Stadttor und verließ dieses, trotz aller Warnungen der Nachbarin im Ohr, mit einer Stuhlverschmutzung der dritten Art...

 

 

I

 

JAMAICA, Muttertag 16.594 nach Christus

 

Kurz nach Stunde

 

Mit »Ach Mutter Tag«, begrüßte Jami seinen Vater. Jami war gerade aufgestanden und heil froh darüber, dass er wieder einmal geschlafen hatte. Und das trotz der Tatsache, dass seine Träume fast immer im blanken Terror endeten. In seinem letzten Traum beispielsweise, stand er voller Ekel an seiner Ladentheke für professionelle Hals-, Nasen- und Ohrenreinigungen. Die Nachfrage war hoch, wodurch es, wie vertraglich geregelt, zu einem Preisnachlass kam, der wiederum neue Kunden lockte, die den Preis dann nochmals drückten, was erneut frische Interessenten hervorbrachte, die dann ihrerseits zu noch niedrigeren Preisen beitrugen und die Nachfrage so noch mal steigerten, was schließlich wieder dem Preis zu gute kam. Ein Teufelskreis, der erst kurz vor Jamis tödlicher Zerquetschung durch Kundschaft, durch sein Wachwerden unterbunden werden konnte.

Manchmal träumte Jami auch von nicht endenden Steigerungsläufen oder extremlaut klingelnden Weckern die unabschaltbar waren. Doch die Träume waren nicht das Hauptproblem für seine Einschlafstörungen, die sich in Ausnahmefällen wochenlang hinzogen. Es lag vielmehr daran, dass Jami nur für eine Sache lebte: Drogen! Seit er denken konnte stibitzte er seinen Eltern regelmäßig Koks, um sich gezwungenermaßen selbst großzuziehen. Die Mutter und der Vater, die während dieser Zeit regelmäßig Pilzragout verdauten, hochdosierte Opiumkapseln kauten und nebenbei noch Kartenhäuschen bauten, bekamen von all dem wenig mit. Erst einige Jahre später, als sie während einer Entzugsphase, gemeinsam dem leisen Verlangen nach Stuhlgang folgten, entdeckten sie den Jungen und registrierten, dass sie sich während der Erziehungszeit, größtenteils vor der Verantwortung gedrückt hatten. Doch Age-Plomben waren teuer und der Vorrat immer schnell verbraucht. Nun als ihnen plötzlich klar wurde, was sie verpasst hatten, planten sie geistesgegenwärtig, den Jungen groß und stark werden zu lassen, damit er das Haus mal aufräumen kann, wenn er seinen Rausch ausgeschlafen hat. Mit der Frage was anschließend mit Ihm passieren sollte, waren beide Elternteile seit längerem überfordert, da die Meskalindosen der Vergangenheit verheerende Spuren in Ihren Großhirnen hinterlassen hatten. Jami wusste das und es war ihm im Grunde arschegal, denn er hatte heute etwas vor, was dies alles unbedeutend machte. Heute war sein großer Tag. Lange hatte er darauf gewartet 15 Jahre alt zu werden, um endlich das Privileg zu besitzen, sich selbst und nicht über andere Leute, den heimatlichen Drugstore betreten zu dürfen und dort legal Drogen einzukaufen. Mit ungeheurer Vorfreude strahlte Jami seinen Ausweis an, durch den er sich alt genug fühlte, um heute seine sieben, acht oder neun Sachen zu packen und endlich die Gemäuern, in denen er sich viel zu lange, viel zu intensiv, viel zu viele verschiedenste Wirkstoffe auf die unterschiedlichste Art und Weise gefahren hatte, zu verlassen. Er hatte keinen Bock mehr auf die Fixerplattenbausiedlung und die Befehle und Bestecksäuberungsaufgaben seiner angeblichen Eltern. Jami hatte seit kurzem 23 neu adoptierte Geschwister, die allesamt von seinem Ersatzvater, mit Beruhigungs- und Betäubungsmaterialien im Übermaß, in einen winterschlafähnlichen Zustand versetzt worden waren, um die stressige Ernährung der hungrigen Mäuler auf ein Minimum zu reduzieren. Jami wusste nicht warum, aber er war froh darüber, dass dies bei ihm, aus welchen Gründen auch immer, nie geklappt hatte.

Jami verachtete seine Stiefeltern, denn er wusste, dass sie die Kinder nur aus einem Grund aufgenommen hatten. Nämlich um sich mit dem jährlichen Nachwuchsgeld, die nicht mehr zu stoppende Drogensucht zu finanzieren. Jami fühlte, dass er nicht mehr hier hingehörte, er fühlte sich erwachsen und nun alleine für seinen Stoffwechsel verantwortlich. Doch Jami wollte sich nicht schon wieder nur tagelang den Kopf darüber zerbrechen, er wollte handeln und legte sich zwei Pappen unter die Zunge.

Schon kurze Zeit später erschien absolut überraschend und sehr gewagt sein angeblicher Uropa, der einzige Mensch, seither, der durch Cannabisextrakte in eine depressive und zur damaligen Zeit nicht wegzukriegende Abhängigkeit verfiel, der er auch heute noch, bei seinem Auftreten in Wolkenform unterlag. Und er sprach per Rauchzeichen: »Jami, become not clean. Ich führe dich in die tiefsten Tiefen des Drogenflashs. Es gibt hochwertigeren, besseren Stoff hier draußen, du musst ihn nur finden. Ich werde dir dabei selbstverständlich zur Seite stehen. Verlass dich ganz auf mich.»« Jami war schon wieder end stoned und wusste nicht, ob er soeben fantasiert hatte oder nicht. Er hatte zwar etwas gehört, konnte aber die Geräusche vor sich nicht richtig deuten. Nur eines wusste Jami noch punktgenau. Er wollte weg. Weg von hier. Jetzt oder nie und für immer, dachte sich Jami und entschied kurzerhand, ohne mit dem Rabenvater zu frühstücken, hinaus in die Welt zu ziehen, um zu sehen, was diese für ihn offen hält…

 

Dieses verrückte Buch ist ab 18½ !!  

 

Buchpreis: 14,99 €  

 

Artikelnummer: LJT1

 

240 Seiten, Taschenbuch

 

DIESES BUCH IST LEIDER AUSVERKAUFT !

Eine neue Auflage wird erst nach einer gründlichen Überarbeitung erscheinen. 

 

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